Der amtlich anerkannte Analphabet und Politaktivist Christian Specht hat von sich aus für den Erhalt des Herbstradios eine Unterschriftenaktion gestartet. Uns erreichten vor einer Woche mehrere Bögen mit 66 Unterzeichnern folgender Forderung:
Nur noch bis zum 22. November sendet das Projekt "Herbstradio" auf der UWK-Frequenz 99,1 MHz in Berlin. Das Herbstradio begleitet Projekte zum sozialen Umbruch der letzten Jahrzehnte. Ich bin der Ansicht, dass wir eine offene Diskussion darüber führen sollten, wie es nach dem Ende des Projektes weiter gehen soll.
Herbstradio soll weiter senden
Wir setzen uns dafür ein, dass der Kultursender Herbstradio seine UKW-Frequenz 99,1 behalten kann und zukünftig in ganz Berlin zu hören ist. Der freie Sender unterstützt die kreative Berliner Musikszene und bereichert die Berliner Kultur. Wir unterstützen die vielen - ehrenamtlichen - RadiomacherInnen. Es wäre schade, wenn der Sender seinen Betrieb wirklich am 22. November einstellen müsste.
Wir unterstützen diesen Aufruf:
(Unterschriftenliste...)
Das ehrt uns. Vielen Dank, Herr Specht. Sie haben ja Recht. Nur ist's mit Ihrer Forderung nicht ganz so einfach, da wir für Herbstradio eine bestimmte Projektzeit bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg beantragt haben, die nun mal am 22. November ausläuft. Allerdings tut uns der Ruf nach einer Weiterführung des Radios wirklich gut, da es uns in unseren Bemühungen, Euch ein vielfältiges Programm zu liefern, bestätigt. Außerdem finden wir Ihren Ansatz, mit der Unterschriftenaktion einfach mal selbst die Initiative zu ergreifen, sehr sympathisch.
Vielleicht, lieber Herr Specht, gelingt es uns ja, schon bald wieder auf Sendung zu gehen - im Interesse der vielen Klein- und Großveranstalter Berlins, im Interesse der Stadt und im Interesse der Hörer. Hoffen wir das Beste.
Mehr zu Christan Specht hier:
http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/der-hans-dampf-der-l...
Kommentare
Unterschriftenliste
Ja wo ist sie denn, die Unterschriftenliste? Da möchten sicherlich noch mehr Leute unterschreiben. Schließlich seid Ihr der einzig hörbare Sender in der Stadt. Allein schon Euer timing passt besser zu unseren Lebensgewohnheiten, als es der mainstream uns gerne oktroyieren würde. Wenn, ja wenn wir nicht mehr umschalten können, schalten wir eben wieder ab! Schließlich gibt's ja (noch) die Weiten des Internets.
An Mahaf
Uns hat diese Liste erreicht, allerdings ist sie nicht auf unsere Initiative hin entstanden. Insofern sehen wir uns auch nicht als verantwortlich, diese weiterzuführen. Was Herr Specht fordert, ist gut, keine Frage. Wir, das sind über 300 Radiomacher/gruppen, stehen bereit und würden Herbstradio auch gern und ohne Schwierigkeiten weitermachen. Da es sich hier aber um ein von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg genehmigtes Veranstaltungsradio mit einem klaren Ende handelt, ist für uns als Initiatoren das Projekt Herbstradio am 22. November definitiv beendet. Dass es schön wäre, wenn Berlin auch weiterhin ein solches Radio hätte, ist klar.
Also seid einfach erfinderisch! Redet und schreibt über uns, über die Radiolandschaft in Berlin, über das Kulturleben in Berlin, gebt hier Kommentare ab und sagt, was Ihr wollt, setzt Euch, so wie Herr Specht dafür ein, dass es auch im kommenden Jahr ein solches Radio gibt, zeigt der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, dass ihr gut findet, was sich hier entwickelt, oder was Euch nicht gefällt etc. Das ist Euer gutes Recht.
Dann haben wir als Initiatoren es in Zukunft vor der Medienanstalt vielleicht auch einfacher, solche Projekte durchzuführen: mit mehr (vielleicht auch mal finanzieller) Unterstützung, auf einer besser zu empfangenden Frequenz, für einen längeren Zeitraum.
Momentan gibt es rechtlich gesehen wenig Möglichkeiten, ein solches (kontinuierliches) Radio bei der Medienanstalt einzufordern. Wir sind darauf angewiesen, immer wieder Veranstaltungsradioprojekte durchzuführen. Das machen wir gern, solange es Zeit, Finanzen und MABB erlauben - seit 2001 und auch in Zukunft. Mittlerweile wird unsere Arbeit von der Medienanstalt honoriert, sodass wir guter Hoffnung sind, dass es dort zu einem Umdenken kommt - vielleicht ja schon auf der nächsten Medienratssitzung am 13. November 2009, auf der entschieden wird, was mit der 88,4 MHz passiert. Entscheidend für diesen Umdenkprozess ist aber nicht der Wille der Radiomacher (der ist ja schon lange vorhanden), sondern der Wille der Radiohörer. Ist doch ganz einfach: Ihr müsst der Medienanstalt zeigen, was Ihr wollt. Woher soll sie es sonst wissen?
Also fragt uns bitte nicht nach dieser Liste. Begebt Euch auf die Suche nach Christian Specht oder macht Eure eigenen Listen.
Danke für Deinen Zuspruch, Mahaf ;-)
unterschriftenliste
die radiokampagne hatte vor einigen jahren über 4000 unterschriften gesammelt (so in der größenordnung jedenfalls) ... was die medienanstalt nicht einen zentimeter in richtung freies radio bewegt hat - aber die idee, jetzt zu sagen: die hörer/innen sind dran - finde ich richtig ...
an dem punkt: schreib' der mabb nen brief oder 1 schicke postkarte
Medienrat c/o
Medienanstalt Berlin Brandenburg
Kleine Präsidentenstraße 1
10178 Berlin